Ein Appell für eine neue Familienpolitik
Es war einmal… vor einer langen Zeit… da hatten wir einen Bundeskanzler Konrad Adenauer. Der erzählte einmal ein Märchen: „Kinder“, so lautet die Adenauersche Binsenweisheit, „kriegen die Leute sowieso.“ Und so wurde bei Adenauers Rentenreform die Begünstigung Kinderloser zum Fundament des Wohlfahrtstaates. Dies war Adenauers „Geschwätz von gestern“.
Diese Annahme Adenauers hat sich als völlig falsch erwiesen. Wohlstand, stabile Sozialversicherungssysteme, Stress im Beruf und ein immer größerer Wunsch nach Selbstverwirklichung haben dazu beigetragen, dass die Geburtenrate in Deutschland eine der niedrigsten in Europa ist. Sie liegt bei rund 1,35 Kindern pro Frau.
Familienpolitik zählt in Deutschland nicht, denn Kinder wählen nicht. Und wer nicht wählt, der zählt ofenbar nicht in den Augen der Wahlkampfmanager. Und auch wenn laut Grundgesetz, Artikel 6, Absatz 1 die Familie „unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“ steht, so kümmert dies die deutsche Polit-Landschaft nur wenig.
Es gibt viel zu ändern. Man sollte zum Beispiel ein oder vielmehr DAS Grundfundament einer freien Gesellschaft sichern: die Möglichkeit einer freien Entscheidung für oder gegen Kinder. Von einer freien Entscheidung kann nämlich nicht die Rede sein, wenn Eltern sich mit der Entscheidung für eine Familie sehenden Auges in Armut hineinmanövrieren. Wenn mehrfache Eltern sich teilweise zwangsläufig vom sozialen und ökonomischen Leben ausschließen. Und wenn eine Wirtschaftsgesellschaft mit Systemzwängen der unsichtbaren Hand des Marktes ein Verbrechen an der Menschlichkeit begeht, indem es kinderwillige Menschen daran hindert, Kinder groß zu ziehen. Eine freie Gesellschaft, deren Staatsbürger nicht wirklich frei entscheiden können, ob sie Kinder haben wollen oder nicht, gibt es nicht!